Fluchttreppen

  • 9. Juni 2020

Eine Fluchttreppe ist an den meisten Gebäuden gesetzlich vorgeschrieben. Es gelten beispielsweise die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung. Aber auch öffentliche Gebäude müssen Fluchtmöglichkeiten bieten. Im Gegensatz zu Feuertreppen dürfen diese auch außerhalb eines Notfalls betreten werden. Welche Anforderungen sie erfüllen müssen und welche Varianten es gibt, erfährst du hier.

Fluchttreppenturm

Die meisten Fluchttreppentürme sind außen nur durch ein Gitter umschlossen. Die innen liegende Treppe muss zahlreiche baurechtliche Normen erfüllen. Sie ist nach der Norm DIN 18065 zu errichten und darf tatsächlich nur für Fluchten aus dem Gebäude und nicht für den normalen Betrieb genutzt werden. Manchmal besteht der Turm innen aus einem feuerbeständigen Treppenraum. In diesem Fall muss er mit speziellen Stahltüren ausgestattet sein, die Hitze- und Brandbeständigkeit gewährleisten.

Unterschiedliche Regelungen der Bundesländer

Jedes Bundesland hat neben den DIN-Normen eigene rechtliche Vorgaben, Bestimmungen und Bauvorschriften. Doch allgemein lässt sich sagen, dass Fluchttreppen oder Fluchttreppentürme meistens in diesen Fällen vorgeschrieben sind:

  • Wenn das Gebäude nicht über einen zweiten brandsicheren Ausgang verfügt.
  • Wenn es keinen Zugang für Feuerwehr und andere Rettungskräfte gibt.
  • Wenn es sich um ein Hochhaus handelt.
  • Wenn die Höhe eines Gebäudes eine bestimmte Grenze erreicht.
  • Wenn es sich um ein öffentliches Gebäude oder einen Versammlungsraum handelt.

Verzichtbar ist diese Treppe in Wohnhäusern mit maximal zwei Wohnungen und in bestimmten Mansardenwohnungen. Bei diesen wird oft Holz verbaut. Da Holztreppen aber gerade bei einem Brand zu einer Falle werden können, solltest du bei einem älteren Haus vorsichtshalber einen Treppenturm anbringen.

Bundesweite Regelungen finden sich in der deutschen Musterbauordnung. Das fünfte Kapitel beinhaltet die Regelungen zu Rettungswegen, Öffnungen und Umwehrungen und Öffnungen (§§ 33 bis 36). Nachlesen kannst du sie hier: http://www.bauordnungen.de/html/deutschland.html.

Des Weiteren müssen die Treppen eine Belastbarkeit von fünf Kilonewton pro Quadratmeter aufweisen. Das bedeutet konkret, dass ein Quadratmeter Fläche der Treppe 500 Kilogramm tragen können muss.
Definiert ist auch die Maschenweite der Gitter, aus denen die Stufen der Fluchtmöglichkeit bestehen. Sie sollen eine Größe von 30 mm x 30 mm aufweisen. Wichtig ist zudem eine Sicherheitstrittkante, damit die Gitter der Fluchtwegtreppen auch bei Nässe, Eis und Schnee betretbar sind.

Gerüst Fluchttreppe mit speziellen Anforderungen

Ein Gerüst als Rettungsweg muss hohe Belastungen aushalten. Menschen könnten sich in Panik auf der Treppe drängen. Sie sollte daher wenigstens 1,20 m breit sein, damit eine Flucht leicht möglich ist und Menschen notfalls auch vom Dach hinuntergelangen können. Da auch Kinder betroffen sein können, muss die Treppe mit einem kindersicheren Geländer ausgestattet sein.

Rettungswege mit/ohne Podest

Rettungswege sind mit noch breiteren Treppen und zusätzlichen Podesten zu versehen. Sanitäter und Feuerwehr nutzen diese Podeste für den Transport von Krankentragen und zur Unterstützung von Personen, die alleine nicht die Treppen hinuntergehen können.

Abnahme durch Behörden

Jedes Gerüst mit Treppe muss sorgfältig geplant, aufgebaut und gesichert werden. Vor der Freigabe findet eine Prüfung statt und eine Erklärung an den Nutzer. Bei einem Treppenturm reicht das noch nicht. Denn die Behörden wollen die Sicherheit gewährleistet sehen. Deshalb werden die Treppentürme und Rettungswege durch die örtliche Feuerwehr und das Bauamt abgenommen. Sobald von diesen Stellen grünes Licht kommt, ist deine Arbeit als Gerüstbauer erledigt.

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