Das Arbeitsgerüst

  • 24. Juni 2022

Beitrag wurde am 24.06.2022 aktualisiert.

  • „Arbeitsgerüst“ ist der Begriff für vorübergehende Konstruktionen, auf denen Arbeiten in unterschiedlichen Höhen ausgeführt werden.
  • Sie bieten eine höhere Standsicherheit und Belastbarkeit als Leitern.
  • Arbeitsgerüste werden auch Schutzgerüste genannt.


Was ist ein Arbeitsgerüst?

Als Arbeitsgerüst oder auch Schutzgerüst, bezeichnet man im Baugewerbe alle Konstruktionen, mit deren Hilfe Arbeiten in kleinen, mittleren oder großen Höhen ausgeführt werden. Das Arbeitsgerüst kommt ab einer Absturzhöhe von 2,00 m zum Einsatz, so schreibt es das Gesetz vor. Arbeitsgerüste ermöglichen den Arbeitenden einen sicheren Arbeitsplatz um Bauvorhaben in verschiedenen Ausführungen bei der Errichtung, der Instandhaltung sowie der Instandsetzung. Doch nicht nur die Arbeitenden haben auf dem Arbeitsgerüst Platz, sondern auch Materialien sowie Werkzeuge.

Dieses Bild zeigt ein Arbeitsgerüst an einer Hausfassade.


Arbeitsgerüste unterteilen sich in 6 Kategorien

Kategorie 1

Konstruktionen der Gruppe I dienen nur zu Inspektionszwecken, sie tragen maximal 150 Kilogramm Belastung je Belagfläche – also dem einzelnen Bauelement, auf dem die Nutzer stehen. Beispielsweise können Arbeitsgerüste auch als Giebelgerüst eingesetzt werden.

Kategorie 2

In der zweiten Kategorie beträgt die Belastbarkeit 150 Kilogramm pro Quadratmeter, erlaubt ist das kurzfristige Abstellen leichtgewichtiger Materialien und Werkzeuge. Vor allem im Bereich Putz und Anstrich, Verfugen und Wartung finden diese Typen Anwendung.

Kategorie 3

In der Kategorie III sind 200 Kilogramm pro Quadratmeter Belastung erlaubt, der Einsatz eines Hebezuges zum Materialtransport ist hier jedoch noch verboten. Vor allem in den Gewerken für Maler als Malergerüst, Dachdecker als Dachfanggerüst, Fassadenbekleidung und Beschichtung finden sich diese Typen.

Kategorie 4 – 6

In den Gerüstgruppen IV bis VI ist die Lagerung von schwerem Material erlaubt, auch ein Hebezug darf hier zum Einsatz kommen. Hier ermitteln die Gerüstbauer die erlaubte Maximalgrenze durch das Verhältnis von Gesamtbelastung und Belagfläche. Für den Sicherheits-Spielraum ist dafür ein Mensch stets mit 100 Kilogramm Gewicht anzusetzen.



Welche Gerüst-Typen gibt es?

Das Deutsche Institut für Normung legt in der DIN 4420 fest, welche Typen und Anwendungsbereiche von Arbeitsgerüsten es gibt, welchen Anforderungen sie genügen müssen und welche Prüfverfahren zur Kontrolle der Standards es gibt. Das umfasst die verwendeten Werkstoffe, die Teile, sowie den Auf- und Abbau.



Welche Standards definiert die DIN 4420 für den Aufbau von Arbeitsgerüsten?

Die Norm setzt auch Standards für den Aufbau von Arbeitsgerüsten und fordert zum Beispiel einen festen Untergrund. Ist er nicht vorhanden, sind Bohlen oder Stahltafeln notwendig, um die Gerüstlast aufzunehmen und zu verteilen. Bei einem Standgerüst stellen die Fußpunkte der Ständer mit Fußplatten und Spindeln die untersten Belastungspunkte der Konstruktion dar. Wichtige Punkte beim Aufbau sind die Versteifungselemente, sie garantieren die Standfestigkeit der Arbeitsgerüste. Dies stellt die Nutzung von vertikalen und horizontalen Gerüstrahmen sicher, unter Einbeziehung der diagonalen Elemente an den äußeren Ebenen der Konstruktion.

Rollgerüst Aufbau

Zu den Arbeitsgerüsten zählen ebenfalls die sogenannten fahrbaren Arbeitsbühnen oder auch Rollgerüst genannt. Rollgerüste gibt es in unterschiedlichen Plattformgrößen sowie Arbeitshöhen. Darüber hinaus kannst du ein Fahrgerüst entweder mit oder ohne Fahrbalken erwerben. Der Fahrbalken stabilisiert das Fahrgerüst und sind besonders für Deckenarbeiten zu verwenden. Der Vorteil eines Rollgerüst ist die Flexibilität, da es auf Rollen schnell und ohne viel Aufwand an einen anderen Platz verschoben werden kann. Siehe dir dazu unser Rollgerüst Aufbau Video an und überzeuge dich selbst.



Was kostet ein Arbeitsgerüst?

Die Kosten für Arbeitsgerüste sind unterschiedlich und je nach Bauprojekt nicht zu pauschalisieren. In unserem Ratgeber zu Gerüstkosten kannst Du Dir ein besseres Bild machen, wie viel Budget Du einplanen musst.

Du hast Fragen rund um das Thema Arbeitsgerüst? Rufe uns direkt an unter + 49 (0 82 25) – 30 90 87 0 oder schreibe uns eine Mail an info@rolle-gerueste.de.



Das Arbeitsgerüst FAQ

Wo kann ich ein Arbeitsgerüst kaufen?

Schaue dich doch gleich mal bei uns im Onlineshop um. Unter der Kategorie „Gebrauchte Gerüste“ findest du eine große Auswahl an gebrauchten Arbeitsgerüsten. Da wir diese aber leider nicht immer lagernd haben, kannst du gebrauchte Gerüste aktuell nur anfragen. Soll es schnell gehen und du möchtest ein Arbeitsgerüst kaufen, dann schaue gleich mal unter der Kategorie „Neues Baugerüst Onlineshop“ und finde eine große Auswahl an vorgefertigten Gerüstpaketen sortiert nach unterschiedlichen Gerüstarten.

Was sind Gerüstverankerungen?

Weitere wichtige Faktoren für die Standsicherheit sind Gerüstverankerungen. Sie verhindern vor allem bei freistehenden Konstruktionen, dass ein Arbeitsgerüst umkippt oder einknickt.

Welchen Wandabstand muss das Arbeitsgerüst haben?

Der Wandabstand bei einem Arbeitsgerüst darf max. 30 cm betragen.

Welche Gerüstzugänge gibt es?

Leitern und Podesttreppen als Gerüstzugang sind ebenfalls genau definiert. Alles allererstes gilt, Aufzüge, Transportbühnen der Treppen haben Vorrang vor Leitern. Das bedeutet, dass Gerüstdurchstiege, die auch als innenliegender Leiternaufgang bezeichnet werden, bis zu einer Aufstiegshöhe von 5 m oder bei Arbeiten an Einfamilienhäusern zulässig sind.

Was ist der dreiteilige Seitenschutz?

Gefordert ist auch der dreiteilige Seitenschutz zur Sicherheit gegen Absturz von Mensch oder Material. Dienen die Geländer- und Zwischenholme vornehmlich dem Schutz der Handwerker, sichert das Bordbrett gegen Abrutschen von Baumaterial oder Handwerkszeug. Erfahre in unserem Beitrag: Wie wichtig ist der dreiteilige Seitenschutz? mehr darüber.

Was definiert die Norm?

Die Norm definiert auch Dinge wie den Abstand des Arbeitsgerüstes von der Wand sowie die minimale Durchgangsbreite der Konstruktion. Sie verlangt in der Klasse III der Arbeitsgerüste zum Beispiel mindestens 30 Zentimeter Wandabstand und mindestens 20 Zentimeter Durchgangsbreite.

Welche Gerüstarten zählen zum Arbeitsgerüst?

Zu den sogenannten Arbeit- und Schutzgerüsten zählen alle Konstruktionen die für eine Zeit an einem Objekt stehen bleiben und aus Stahl, Aluminium oder Holz bestehen.

Elena

Über die Autorin: Elena

Elena Burgardt ist bereits seit 2016 im Bereich Online Marketing bei der Firma Rolle Gerüstvertrieb e.K. tätig. Da Schreiben eine Leidenschaft von Elena ist, übernahm Sie vor zwei Jahren den Gerüstblog und begeistert mit Ihren Beiträgen und Recherchen unterschiedliche Personengruppen.
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