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Das Arbeitsgerüst 12.09.2017 08:24

Arbeitsgerüste heißen im Baugewerbe alle Konstruktionen, mit deren Hilfe Arbeiten in kleinen, mittleren oder großen Höhen ausgeführt werden. Sie kommen auch zum Einsatz, wenn eine Leiter mit ihrer begrenzten Standsicherheit, Belastbarkeit und Ablagefläche nicht ausreicht. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Tätigkeiten an dieser Stelle länger dauern oder weil Handwerkszeug sowie Material in dieser Arbeitshöhe nötig sind. Für die Vielseitigkeit an Arbeitsgerüsten spricht außerdem, dass sie die Sicherheit der Handwerker gewährleisten sowie ohne Unfallgefahr zu betreten und zu verlassen sind. Die heutige, moderne Technik setzt auf modulare Bauweise mit Metallelementen. Damit wird die Konstruktion schnell und sicher auf- sowie abgebaut, ist für den Transport zur nächsten Einsatzstelle leicht zu verladen und passt sich den individuellen Anforderungen jeder Baustelle genau an.

Das Deutsche Institut für Normung legt in der DIN 4420 fest, welche Typen und Anwendungsbereiche von Arbeitsgerüsten es gibt, welchen Anforderungen sie genügen müssen und welche Prüfverfahren zur Kontrolle der Standards es gibt. Das umfasst die verwendeten Werkstoffe, die Teile, sowie den Auf- und Abbau. Arbeitsgerüste unterteilen sich danach in sechs Kategorien. Konstruktionen der Gruppe I dienen nur zu Inspektionszwecken, sie tragen maximal 150 Kilogramm Belastung je Belagfläche - also dem einzelnen Bauelement, auf dem die Nutzer stehen. In der zweiten Kategorie beträgt die Belastbarkeit 150 Kilogramm pro Quadratmeter, erlaubt ist das kurzfristige Abstellen leichtgewichtiger Materialien und Werkzeuge. Vor allem im Bereich Putz und Anstrich, Verfugen und Wartung finden diese Typen Anwendung. In der Kategorie III sind 200 Kilogramm pro Quadratmeter Belastung erlaubt, der Einsatz eines Hebezuges zum Materialtransport ist hier jedoch noch verboten. Vor allem in den Gewerken für Maler, Dachdecker, Fassadenbekleidung und Beschichtung finden sich diese Typen. In den Gerüstgruppen IV bis VI ist die Lagerung von schwerem Material erlaubt, auch ein Hebezug darf hier zum Einsatz kommen. Hier ermitteln die Gerüstbauer die erlaubte Maximalgrenze durch das Verhältnis von Gesamtbelastung und Belagfläche. Für den Sicherheits-Spielraum ist dafür ein Mensch stets mit 100 Kilogramm Gewicht anzusetzen.

Die Norm setzt auch Standards für den Aufbau von Arbeitsgerüsten und fordert zum Beispiel einen festen Untergrund. Ist er nicht vorhanden, sind Bohlen oder Stahltafeln notwendig, um die Gerüstlast aufzunehmen und zu verteilen. Bei einem Standgerüst stellen die Fußpunkte der Ständer mit Fußplatten und Spindeln die untersten Belastungspunkte der Konstruktion dar. Wichtige Punkte beim Aufbau sind die Versteifungselemente, sie garantieren die Standfestigkeit der Arbeitsgerüste. Dies stellt die Nutzung von vertikalen und horizontalen Gerüstrahmen sicher, unter Einbeziehung der diagonalen Elemente an den äußeren Ebenen der Konstruktion. Weitere wichtige Faktoren für die Standsicherheit sind Gerüstverankerungen. Sie verhindern vor allem bei freistehenden Konstruktionen, dass ein Arbeitsgerüst umkippt oder einknickt. Leitern und Treppen als Gerüstzugang sind ebenfalls genau definiert. Bei längerer Nutzungsdauer zum Beispiel, müssen sie sich separat vor oder innerhalb der Konstruktion befinden. Durch Gerüststege sind zudem Öffnungen in der Gebäudefassade als Zugang erlaubt. Gefordert ist auch der dreiteilige Seitenschutz zur Sicherheit gegen Absturz von Mensch oder Material. Dienen die Geländer- und Zwischenholme vornehmlich dem Schutz der Handwerker, sichert das Bordbrett gegen Abrutschen von Baumaterial oder Handwerkszeug. Die Norm definiert auch Dinge wie den Abstand des Arbeitsgerüstes von der Wand sowie die minimale Durchgangsbreite der Konstruktion. Sie verlangt in der Klasse III der Arbeitsgerüste zum Beispiel mindestens 30 Zentimeter Wandabstand und mindestens 20 Zentimeter Durchgangsbreite.

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